10/24/1973
Cagnes-sur-Mer, Provence-Alpes-Côte d'Azur, France:
Yannick Graziani, geboren am 24. Oktober 1973 in Cagnes-sur-Mer, ist Bergsteiger und Bergführer sowie seit dem Jahr 2000 Mitglied der Bergführervereinigung von Chamonix (*Compagnie des Guides de Chamonix*). Graziani absolvierte zahlreiche Klettertouren im Mont-Blanc-Massiv, darunter die *Directe Américaine* an der Westwand der Drus, die *Gamma*-Route an der Südwand der Écrins, die Routen *MacIntyre*, *No Siesta* und *Desmaison-Gousseault* an der Nordwand der Grandes Jorasses, die *Directe du Nez de Zmutt* am Matterhorn sowie die Eisrinnen *Frêneysie Pascale* und *Hyper Couloir* an der Südwand des Mont Blanc. Anschließend wandte er sich den Anden zu: 1997 durchstieg er gemeinsam mit Jérôme Blanc-Gras erfolgreich die Südwand des Huandoy Sur (6.160 m) in Peru – eine Leistung, die mit dem „Cristal“-Preis des französischen Bergsteigerverbands (FFME) ausgezeichnet wurde –, gefolgt von einer Alleinbegehung der Südwand des Aconcagua (6.962 m) in Argentinien im Jahr 1999. Danach folgte der Himalaya. Graziani gehört zu jener Generation, die die Ära der massiven Himalaya-Expeditionen übersprang und sich stattdessen voll und ganz dem „Alpinstil“ verschrieb – unter Inkaufnahme des hohen persönlichen Einsatzes und des erheblichen Scheiternsrisikos, die mit dieser Herangehensweise verbunden sind. 1997 und 1998 reiste er gemeinsam mit seinem Freund Christian Trommsdorff in die Everest-Region und bestieg dort Gipfel im Alpinstil. Später schloss sich Patrick Wagnon an; das Trio unternahm eine Reihe von Expeditionen und bildete die leistungsstarke Seilschaft TGW (Trommsdorff-Graziani-Wagnon). Fast ein Jahrzehnt lang erschlossen Yannick Graziani und seine beiden Freunde neue Routen und gelangen ihnen Erstbegehungen an Siebentausendern in Nepal, Pakistan und Tibet. Dabei sammelten sie eine beachtliche und vielfältige Erfolgsbilanz im gesamten Himalaya – vom Makalu (über den Südostgrat und die Ostwand) bis hin zu Chomo Lonzo, Annapurna, Nemjung, Chaukhamba II und Pumari Chisch, immer noch im Alpinstil. Im Herbst 2013 wurde die gewaltige Südwand der Annapurna zweimal durchstiegen: zunächst im Alleingang durch den herausragenden Schweizer Bergsteiger Ueli Steck und zwei Wochen später durch das französische Team Yannick Graziani und Stéphane Benoist. Nach einem achttägigen Aufstieg über die Südwand erreichten sie 2013 den 8.091 Meter hohen Gipfel der Annapurna. Stéphane erlitt schwere Erfrierungen und zog sich eine Lungenentzündung zu. Der Abstieg entwickelte sich zu einem Albtraum. Als sie bei Einbruch der Dunkelheit eine Höhe von 6.700 Metern erreichten, fielen ihre Stirnlampen aus. Yannick beschloss, den Schein ihres Campingkochers als Lichtquelle zu nutzen; sie mussten unter allen Umständen weiterkommen. Er richtete Abseilstellen ein und stieg ab, während er den Gaskocher unter seiner Jacke trug. An jeder Station zündete er den Kocher an und ließ Stéphane anschließend hinab. Sie wiederholten diesen Vorgang stundenlang. Der Abstieg bis zu Lager 1, von wo aus sie per Hubschrauber ausgeflogen wurden, dauerte zwei Tage und zwei Nächte. Yannick rettete das Team und bewies damit, dass ihre durch das Seil geschmiedete Verbundenheit mehr war als nur die Summe ihrer Einzelteile. Die Jury des Piolet d’Or würdigte diese Besteigung im Jahr 2014 mit einer besonderen Erwähnung, um den kameradschaftlichen Zusammenhalt der Seilschaft zu ehren.
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Zabardast (2018) as Self |
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On ne marche qu'une fois sur la lune (2014) as Self |